Mittwoch, 25. Juli 2012

Drogenkontrolle

Zum dritten Mal stehe ich (Lukas) heute um 6 Uhr früh auf und fahre zum Hafengelände. Die letzten zwei Male wurde ich wieder weg geschickt, weil die Polizei noch nicht bereit für die Drogenkontrolle war. Das Thermometer zeigt um 6:15 bereits 28 Grad. Das kann ja heiss werden! Um 8:15, beim dritten Anlauf, ist es dann so weit. Die Polizei taucht auf. Wie mir meine Agentin empfohlen hat, habe ich schon alle Kisten fein säuberlich heraus gehievt und geöffnet. Doch die Kisten interessieren die Beamten vorläufig nicht. Viel mehr die Sachen, die ich noch nicht ausgeladen habe. Alles wird rausgerissen. Nachdem ich aufgefordert werde den vollen Wasser Tank zu öffnen, ausgerechnet an der grössten Öffnung, interveniere ich zum ersten Mal. Doch ohne viel Erfolg. Ich muss öffnen. Das Wasser sprudelt in das innere des Kofferraums und ich darf gnädigerweise wieder zuschrauben. Nun entdeckt die Polizei ein Sack mit Hundefutter, öffnet ihn, riecht daran und steckt sich doch tatsächlich zwei Hundekekse in den Mund. Ich kann mir ein Lachen nicht verkneifen und frage den Polizisten ob es ihm schmeckt. Dieser antwortet: "Nicht schlecht" und spuckt den Rest wieder aus.

Bis auf wenige Verstecke finden die Zollbeamten alle unsere Geheimfächer und an denen sind sie dann auch richtig interessiert. Jeder Mückenspray wird ausprobiert, jedes Buch durchblättert, alle unsere Kleider durchforstet, ja sogar das Abwasser gekostet. Als dann plötzlich eine Bohrmaschine zum Einsatz kommt, stockt mir der Atem. Ohne Hemmungen werden ca. 30 kleine Löcher kreuz und quer ins Innenleben unseres Heims gebohrt.  Die weisse Substanz bleibt aus, nur Holzspäne rieseln von der Decke. Nachdem der Lautsprecher abmontiert ist (mit unserem Werkzeug) und ich den Luftfilter ausgebaut habe, wird die Kontrolle langsam nachlässiger.  Bei über 40 Grad sengender Hitze auf dem Platz wird es den zwei Herren auch zu heiss.

Als ich das Chaos wieder einräumen will, stoppt mich die Polizei. Der Drogenspürhund sei unterwegs. Nach kurzer Wartezeit (20 min.) erscheint die Hundedame. Wie eine Irre flitz sie in unserem Wagen herum, springt mit ihren dreckigen Pfoten über unsere Polster, kaut am Neopren von Andrea, oder sabbert in eine unserer Kisten. Alles in allem geht die Prozedur 3 Stunden und unser Defender sieht jetzt aus wie ein Saustall, aber geschafft ist geschafft.

Nun ist es endlich soweit, das Auto ist aufgeladen und unsere Tickets gekauft. Morgen am 26 Juli 2012 um 10:00 steigen wir in den Flieger. Panama wir kommen!

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